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Strandvilla Archiv : Niendorfer Seemansgarn No.1

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    Ende des 16. Jahrhunderts machte sich die Kartoffel auf ihren Weg vom heimischen Südamerika nach Europa. Dabei verbummelte sie ein paar Jahre auf den Kanarischen Inseln und ließ sich dort kultivieren, bevor sie ihren Siegeszug nach Festlandseuropa antrat. Es sollte weitere Jahrzehnte, genauer bis 1647, dauern bis sie auch in Deutschland, im süddeutschen Ort Pilgramsreuth, heimisch wurde. Von da an war es nur noch ein kleiner Schritt, bis der Niendorfer Fischer Thies Dierksen die Kartoffelsuppe erfand…

Hmmm

Hmmm

     Anno 1648, ca. 1 Seemeile vor dem Brodtener Ufer bemerkte der Fischer Thies Dierksen zwei Auffälligkeiten, die seinen gewohnten Arbeitsablauf störten. Ein willkommen herrenloses Holzfass und die eher unwillkommene Tatsache, daß ein Boot Wasser machte. Ein schweres Fass in ein sinkendes Boot zu ziehen mag aus heutiger Sicht blöd erscheinen. Man befindet sich aber gerade am Ende des Dreißigjährigen-Krieges mit seinen Armutsfolgen und in diesem Zusammenhang erschien es Thies noch blöder, auf einen möglichen Zugewinn zu verzichten. Fischer Thies zog das Fass ins Boot, öffnete den schweren Holzdeckel und fand darin eine Ladung der damals unbekannten Kartoffelfrucht, die auf ihren Weg vom Fränkischen Zuchtgebiet über Lübeck Richtung Novgorod in die Ostsee gefallen war. In diesem aus heutigem Verständnis ungeeigneten Behältnis war die oberste Schicht bereits durch Wasser und natürlichem Verfall in Auflösung geraten und bildete eine klebrige Masse.20160611_161005

    Nicht umsonst sagt man uns Niendorfern eine schnelle Auffassungsgabe nach, und so erkannte Fischer Thies das Potenzial der Substanz. Er dichtete den Rumpf seines Schiffes damit ab und wunderte sich kurz darauf über die Wirkung der nach außen quellenden Masse auf die Fische in der Umgebung. Bald folgte ihm ein aufgeregter Schwarm und knabberte entrückt an der Kartoffelpaste. So entrückt, daß Thies die Fische per Hand an Bord heben konnte. Wieder an Land überlegte Thies, daß was die Fische so verrückt machte, für ihn wohl auch genießbar sein sollte. Abgesehen davon hatte er einfach einen Bärenhunger und keine Lust mehr auf das tägliche Fisch-Einerlei. Entschlossen füllte er den Rest Kartoffeln aus dem Fass in einen Topf, gab etwas salziges Meerwasser dazu, Karotten, Lauch, Speck, Zwiebeln und das Strandvilla Geheimgewürz (hieß damals natürlich noch etwas anders…) und kochte damit die erste Kartoffelsuppe der Welt. In seinen Aufzeichnungen, die die Familie Dierksen als den Schatz hütet der er ist, hinterließ Fischer Thies Dierksen eine damals schwer verständliche Verfügung: „Wenn jemals“ – hieß es dort sinngemäß – „wenn jemals in seinem geliebten Niendorf eine Bewirtungseinrichtung entstehen sollte die es verdient so geheißen zu werden, möge es mein Rezept und mein Geheimgewürz erhalten und fortan die beste Kartoffelsuppe der Welt kochen.“

    Machen wir so Thies. Wir nehmen allerdings frische Kartoffeln dafür!

Strandvilla Archiv
Entnommen den Aufzeichnungen der Familie Dierkssen

Kategorien:Betrieb, Kunst, Medien, Umgebung
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